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Neue Kopierschutz soll unüberwindbar sein und für Jobwunder sorgen

Da ist ein wunderschönes Schloss auf diesem Bild
Der Kampf gegen Raubkopien wird seit Jahrhunderten geführt (TheDigitalWay / CC0 / Pixabay.com)

Es müssen unfassbar dramatische Stunden gewesen sein, als die Entwickler des als unüberwindlich geltenden Kopierschutzes Denuvo erfahren haben, dass ihr Werk innerhalb von nicht einmal 24 Stunden geknackt worden ist.


Dabei begann alles so hoffnungsvoll. Denuvo galt vor nicht allzu langer Zeit als die beste Möglichkeit, die eigene Software vor dem illegalen Raubkopieren zu schützen.
Der Kopierschutz war selbst für die besten Cracker der Szene unüberwindlich. Chang Lee (Name von der Redaktion geändert), Chef der Cracker-Gruppe „Crackosoft“ drückte es damals so aus: „Wir versuchten Tag und Nacht diesen Kopierschutz zu knacken. Ich war so versessen darauf, dass ich nicht mitbekommen habe, dass meine Frau mich verlassen hat und unsere zwei oder drei Kinder mit sich genommen hat“.
Das war einmal. Die Cracker überwanden die Hürde und der Kopierschutz ist keiner mehr. Nun steht mit LocalProteKt der Nachfolger in den Startlöchern. Dieses Projekt wurde von Größen der Gaming Industrie und dem Arbeitsamt Essen ins Leben gerufen.

Die Hausadresse ist bei diesem neuen Prozess eine Pflichtangabe

Bild eines wunderschönen Mettbrötchens
Vermutlich wurde der Mitarbeiter von LokalProteKt mit solchem Mett auf einem Brötchen bestochen (congerdesign / CC0 / Pixabay.com)

Und so funktioniert der Kopierschutz. Der Käufer muss das Spiel zunächst online registrieren, damit er es spielen kann. Die Hausadresse ist bei diesem neuen Prozess eine Pflichtangabe. Ein paar Tage später bekommt der Käufer postalisch drei Terminvorschläge zugesendet. Es wird zwei Zeitfenster zur Auswahl geben, 6 – 14 oder 8 – 16 Uhr. In diesem Zeitraum erscheint ein Mitarbeiter der Firma LocalProteKt direkt zu Hause.  Er überprüft die Software-Kopie auf Echtheit und den PC auf mögliche Cracks. Hat der Mitarbeiter nichts zu beanstanden, sendet er seiner Zentrale eine kurze Nachricht. Die Software ist dann für 6 Monate frei geschaltet. Nach den 6 Monaten erfolgt der Validierungsprozess erneut.

Die Gamingindustrie und die Politik sind jedenfalls schon begeistert. Denn LocalProteKt wird circa 25.000 neue Jobs schaffen und dank dem Mindestlohn bekommen die Mitarbeiter einen fairen Lohn für faire Arbeit, so ein Kreistagsabgeordneter, der ungenannt bleiben will.

Erste Kritiker gibt es jedoch bereits. So soll es einem Testkunden gelungen sein, den Mitarbeiter von LocalProteKt mit 20 Euro und einem Mettbrötchen zu bestechen. Dieser meldete an seine Zentrale die Echtheit einer Software, obwohl der Testkunde eine selbst gebrannte BluRay Disc verwendete. Der Mitarbeiter wurde daraufhin schriftlich ermahnt. LocalProteKt gibt an, dass es sich um einen bedauerlichen Einzelfall gehandelt hat. Die übrigen 24.999 Mitarbeiter werden aufgefordert werden, unbestechlich zu sein.

Für Chang Lee gab es hingegen ein Happyend. Er fand eine neue Frau mit zwei bis fünf Kindern und arbeitet nun als Berater für die Firma LocalProteKt.
(owe)

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